VKAD kritisiert Bericht der Bund-Länder-AG „Zukunftspakt Pflege“
VKAD kritisiert Bericht der Bund-Länder-AG „Zukunftspakt Pflege“
Berlin, 12. Dezember 2025 | Der Abschlussbericht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ bleibt nach Ansicht des Verbandes katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) weit hinter den Erwartungen an eine Reform zurück, die die Pflege spürbar stabilisiert und entlastet.
Dazu Andreas Wedeking, Geschäftsführer des VKAD: „Das Papier sollte Grundlage einer Pflegereform sein, liefert aber nur Andeutungen ohne Verbindlichkeit. Es entsteht der Eindruck, dass Gremien über Jahre beraten und am Ende doch nichts Entscheidendes passiert.“
Aus Sicht des VKAD gibt es für Träger weder kurzfristige Entlastung noch eine klare Perspektive. Wedeking betont: „Wer mit sechsstelligen Außenständen ringt, weil Sozialhilfeträger Anträge nicht bearbeiten, bleibt ebenso auf sich gestellt wie diejenigen, die monatelang auf den Abschluss der Pflegesatzverhandlungen warten und derweil in Vorleistung gehen. Das Papier bleibt ambitionslos und verschiebt wichtige Entscheidungen auf den Sankt Nimmerleinstag.“
Schnelle Entscheidungen statt Liquiditätsrisiken
Viele Einrichtungen geraten zunehmend unter Liquiditätsdruck. Hintergrund sind lange Bearbeitungszeiten in der Sozialhilfe und dadurch ausstehende Zahlungen. „Träger brauchen jetzt konkrete Schritte, damit Versorgung verlässlich bleibt“, sagt Wedeking. Abschlagszahlungen schützen Einrichtungen vor vermeidbaren Engpässen.
„Die Pandemie hat gezeigt, dass schneller politischer Pragmatismus machbar ist. Niemand wünscht sich diese Situation zurück, aber derselbe politische Wille zur schnellen Hilfe ist jetzt wieder gefragt.“
Den Reformbedarf fasst Wedeking abschließend zusammen: „Die Pflege braucht kein weiteres Sammelpapier von prüfbaren Optionen, sondern ein Reformpaket, das eindeutig regelt, was kommt, wer es finanziert und ab wann es gilt. Nur eine solche Entschlossenheit zeigt den politischen Willen zu einer stabilen Finanzierung. Die vorgelegten Eckpunkte zeigen ihn nicht.“
Zum VKAD
Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD) vereint rund 500 Träger der katholischen Langzeitpflege in Deutschland. Dahinter stehen mehr als 2.200 Einrichtungen und Dienste mit rund 100.000 Mitarbeitenden. Der bundesweit tätige Fachverband innerhalb des Deutschen Caritasverbandes vertritt die Interessen seiner Mitglieder durch politische Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und fachliche Expertise.
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