Fast die Hälfte der Suizide betrifft Menschen ab 65: Altenhilfe muss Teil der nationalen Suizidprävention sein
Fast die Hälfte der Suizide betrifft Menschen ab 65: Altenhilfe muss Teil der nationalen Suizidprävention sein
Zum Welttag der Suizidprävention am 10. September fordert der VKAD, Pflegeeinrichtungen stärker in die nationale Suizidprävention einzubeziehen, Bewohner:innen vor Werbung für Suizidassistenz zu schützen und die Palliativversorgung verlässlich zu refinanzieren
Berlin, 9. September 2026 | Fast die Hälfte der Menschen, die sich 2024 in Deutschland das Leben nahmen, war laut Statistischem Bundesamt 65 Jahre oder älter. Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) fordert deshalb, ältere und pflegebedürftige Menschen im geplanten Gesetz zur Stärkung der nationalen Suizidprävention stärker zu berücksichtigen.
Der aktuelle Referentenentwurf greift für den Bereich der Altenhilfe zu kurz. Pflegeeinrichtungen und ihre Fachkräfte sollten ausdrücklich als Akteure der Suizidprävention einbezogen werden. „Pflegekräfte nehmen unmittelbar wahr, wenn ein Mensch den Lebensmut verliert oder Suizidgedanken äußert. Sie erkennen Veränderungen und können früh Unterstützung vermitteln. Diese Erfahrung aus dem Pflegealltag gehört in die Strukturen der Suizidprävention“, sagt VKAD-Vorsitzende Barbara Dietrich-Schleicher.
Pflegeheime als geschützte Orte erhalten
Regelungsbedarf sieht der VKAD auch bei der Suizidassistenz. Bewohner:innen von Pflegeeinrichtungen sollen nicht ungefragt mit Werbung oder Angeboten zur Suizidassistenz konfrontiert werden. Der Verband fordert deshalb ein legislatives Schutzkonzept, also ein gesetzliches Maßnahmenpaket, das unter anderem den Zugang von Sterbehilfeorganisationen zu Einrichtungen der Langzeitpflege regelt.
„Ein Pflegeheim ist für seine Bewohner:innen das Zuhause. Sie müssen sicher sein können, dort Begleitung und Unterstützung für ihre Lebenssituation zu finden, ohne dass von außen ein zusätzlicher Druck entsteht, sich mit einem assistierten Suizid auseinanderzusetzen“, so Dietrich-Schleicher.
Palliativversorgung verlässlich finanzieren
Ein weiterer Baustein der Suizidprävention ist eine gute Palliativversorgung. In Pflegeheimen werden viele hochbetagte und schwerkranke Menschen bis an ihr Lebensende begleitet. Dafür brauchen Pflegefachkräfte Zeit und entsprechende Qualifikationen.
Der VKAD erneuert deshalb seine Forderung nach zusätzlichen Palliative-Care-Pflegefachpersonen in den Einrichtungen und deren gesicherte Refinanzierung über die Krankenversicherung. „Menschen am Lebensende brauchen die Gewissheit, dass Schmerzen, Ängste und Sorgen ernst genommen und gelindert werden und jemand Zeit für sie hat. Dafür braucht die Altenpflege verlässliche Strukturen“, so Dietrich-Schleicher.
Über den VKAD
Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. vertritt unter dem Dach des Deutschen Caritasverbandes bundesweit rund 500 Träger der katholischen Langzeitpflege mit mehr als 2.200 Einrichtungen und Diensten und rund 100.000 Mitarbeitenden.
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