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Innovationspreis-Projekt

“Bleib Du!” – Treff für schwule Männer mit Demenz

Name des Projektes:

“Bleib Du!” – Treff für schwule Männer mit Demenz

Träger:

Caritasverband Düsseldorf e.V., Offene soziale Altenarbeit, Andrea Konkel, Leopoldstr. 30, 40211 Düsseldorf

Zielgruppe: 

Schwule Männer mit Demenz im eigenen Zuhause, deren Partner und Caregiver

Beschreibung: 

In Düsseldorf lebten am 31.Dezember 2020 644.280 Menschen. Rund 20 % dieser Menschen sind zwischen 50 und 65 Jahre alt, ebenfalls rund 20% sind 65 Jahre und älter. Legt man gängige Statistiken zugrunde, dürften rund 30.000 Schwule und Lesben in der Rheinmetropole leben. Daraus lässt sich ableiten, dass 6.000 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren und ebenfalls 6.000 Menschen über 65 Jahren zur queeren Community in Düsseldorf gehören.

Des Weiteren leben in Düsseldorf ca. 15.000 Menschen mit Demenz, was einem Bevölkerungsanteil von rund 2,5% entspricht. Wagt man hier erneut einen Transfer, entspricht dies einer Zahl von 750 Menschen der LSBTI*- Community. Diese Zahlen verdeutlichen sehr klar, dass die Angebotsstruktur für diese Zielgruppe in Düsseldorf und auch bundeweit als defizitär zu beschreiben ist.

Hier setzt das Angebot für schwule Männer mit Demenz an. Diese Zielgruppe, die ihr Leben lang vor familiären, sozialen, politischen und kirchlichen Herausforderungen stand, ist mit dem Bestehen einer Demenz als besonders vulnerabel zu bewerten. Ausgrenzungen aus der Herkunftsfamilie, im Beruf und in der Annahme des eigenen Selbstkonzepts sowie der Auseinandersetzung mit sich Selbst während der AIDS-Pandemie sind einige wenige traumatisierende Erfahrungen, die diese Männer gemacht haben. Diese Erfahrungen können mit einer Demenz erneut aufbrechen, für Misstrauen, Isolation und Rückzug sorgen. Die Erfahrungen und Erlebnisse sind andere als die heterosexueller Männer. Dieser belasteten Gruppe muss empathisch und mit Community-Hintergrund in einem geschützten Raum begegnet werden. Es wurde ein Angebot in Anlehnung an die etablierten Betreuungsgruppen benötigt, das den sicheren Raum, den safe space, für die Gruppe bietet. In der Umsetzung wird der Peer-to-Peer-Ansatz verfolgt, das heißt, dass die schwulen Männern mit Demenz von ehrenamtlichen schwulen Männern belgeitet werden und die männliche Gruppenleitung ebenfalls homosexuell ist. Es handelt sich um ein niedrigschwelliges Betreuungs- und Entlastungsangebot, das wöchentlich für drei Stunden stattfindet.

Sozialpolitische Ziele:

Welche Verbesserungen konnten Sie erzielen?

Die Gruppe hat sich zu einer Gemeinschaft, zu einer Freundschaft entwickelt. Der Umgang untereinander ist sehr wertschätzend und respektvoll, die Männer nehmen sich in der Demenz an und stärken sich gegenseitig. Sie machen nun wieder Dinge, aus denen sie sich zurückgezogen hatten: Kinobesuche, gemeinsam Essen gehen, gegenseitige Besuche. Ein Teilnehmer, der sich nach dem Tod des Partners sehr zurückgezogen hat, nimmt mit der Gruppe wieder am sozialen Leben teil. Für ihn war die Gruppe ein Weg, um die Trauer ein wenig leichter zu ertragen.

Die Wirkung nach außen ist als durchweg positiv zu beschreiben. Die Fachstellen mit besonderem Blick auf die Community loben das Angebot und stellen hervor, dass es für einen katholischen Träger aus ihrer Sicht etwas besonders sei. Das Angebot wird hierüber beworben und der Szene zugänglich gemacht. Das Magazin „Queer“ u.a. berichteten ausführlich über den Treff und der Möglichkeit der Teilnahme.

Am Christopher-Street-Day in Düsseldorf nimmt die Gruppe „Bleib Du!“ mit weiteren Kolleg*innen des Verbands an der Demonstration teil und wurde von Mitlaufenden sowie Zuschauenden bejubelt und bestärkt.

Für die Männer ist die Gruppe eine Anerkennung ihrer Selbst, stärkt ihr Selbstbild und ihr Selbstkonzept. Die erlebten Stigmatisierungen, das doppelte Coming out (erst die Homsexualität, dann die Demenz) wird geteilt.

Mit diesem bundesweit ersten Angebot wurde eine Versorgungslücke geschlossen, es wird Lobbyarbeit für die queere Community betreiben. Es dient der Einsamkeitsprophylaxe und zögert eine kostenintensive stationäre Versorgung hinaus.

Welche Ressourcen waren erforderlich?

Es müsste eine schwule Fachkraft gefunden werden, die Betreuungs- und Beratungskompetenz mitbringt. Der Stellenumfang umfasst 5 Wochenstunden und teilt sich auf in drei Stunden Betreuungsangebot und zwei Stunden Beratung. Das Angebot wurde im Sinne der AnFöVO als niedrigschwelliges Betreuungsangebot anerkannt, so dass die Betreuung über die Leistungen der Pflegeversicherung abgerechnet werden und die personellen Ressourcen refinanziert sind. Bestehende Räumlichkeiten mit der dahinterstehenden Infrastruktur konnten für die Bewirtung genutzt werden.

Publikation

Entlohnung in der Caritas-Altenhilfe: Zahlen für 2022

Wie viel verdienen Beschäftigte in der Altenhilfe bei der Caritas? Die Publikation vergleicht, wie sich die Löhne der Pflege-Mitarbeitenden in der Caritas von den übrigen Löhnen in der Altenhilfe und einem vergleichbaren Industrieberuf unterscheiden.

Es ist an der Zeit, das schiefe Bild von der schlechten Entlohnung der Altenpflege zurechtzurücken. Wie sich die Löhne der Pflege-Mitarbeitenden in der Caritas  von den übrigen Löhnen in der Altenhilfe und einem vergleichbaren Industrieberuf unterscheiden, wird in diesem Diskussionspapier dargelegt.

Autorinnen und Autoren:

Die Autorinnen und Autoren bedanken sich bei Herrn Dr. Pascal Krimmer, Geschäftsstelle der Dienstgeberseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes, für die Unterstützung bei der Erstellung des Vergütungsvergleichs und bei Herrn Gundekar Fürsich, Geschäftsführer der Caritas Trägergesellschaft »St. Elisabeth« gGmbH (CTE) in Erfurt, für die empirische Analyse für Ostdeutschland.

Die “Fehleinschätzungen zur Entlohnung in der Altenhilfe” für das Jahr 2022 können Sie nachfolgend am Seitenende als PDF herunterladen.

Vergütungsvergleich_West_2022 PDF | 0.35 MB
Vergütungsvergleich_Ost_2022 PDF | 0.54 MB
Vergütungsvergleich_Gesamt_2022 PDF | 0.63 MB
Andreas Wedeking
Geschäftsführer VKAD
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Weitere Publikationen

Innovationspreis-Projekt

Quartiershaus Hetzerath – Haus Daniel. Umsetzung eines Projektes zur Schaffung einer sorgenden Dorfgemeinschaft

Name des Projektes:

Quartiershaus Hetzerath – Haus Daniel. Umsetzung eines Projektes zur Schaffung einer sorgenden Dorfgemeinschaft.

Träger:

Pflegegesellschaft St. Martin Trier gGmbH, Dietrichstraße 20a, 54290 Trier (BBT-Gruppe)

Zielgruppe: 

Senior:innen und Menschen mit Unterstützungsbedarf sowie deren Angehörige. Darüber hinaus aber alle Menschen aus der Gemeinde und umliegenden Gemeinden.

Beschreibung: 

Beschreibung des Quartiershaus-Konzeptes
Die Pflegegesellschaft St. Martin Trier gGmbH hat zusammen mit Kooperationspartnern in der Gemeinde Hetzerath eine neue Versorgungsform für Senioren und Menschen mit eingeschränkter Selbständigkeit gestartet. Es ist ein Quartiershaus entstanden, mit einem Nachbarschaftstreff mit Mittagstisch und integriertem Tagespflegeangebot, mit Wohnungen für Familien sowie Wohnungen mit Service und ambulant betreute Pflegewohngemeinschaften für Menschen mit Unterstützungsbedarf und einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) der BBT-Gruppe.

Ausgangspunkt für das Projekt „Quartiershaus Hetzerath”
Um unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen die soziale Infrastruktur und den Generationenzusammenhalt in Hetzerath zu sichern und zu beleben, wurde das Projekt des Quartiershauses gestartet. Gerade im ländlichen Raum ist eine „Sorgende Dorfgemeinschaft” und das gelingende Zusammenspiel von Menschen untereinander, Staat, Organisationen der Zivilgesellschaft und professionellen Dienstleistern essentiell wichtig. Es gilt, gemeinsam die mit dem demografischen Wandel verbundenen Aufgaben zu bewältigen.

Mehrwehrt des Projekts
Mit dem Quartiershaus Hetzerath und dem damit verbunden Konzept des Aufbaus einer Sorgenden Dorfgemeinschaft (Caring Community) sollen die Menschen die Möglichkeit bekommen, möglichst lange selbstbestimmt im gewohnten sozialen Umfeld zu leben, auch bei steigendem Hilfebedarf.
Das Quartiershaus soll dazu beitragen, die pflegerische, soziale und hausärztliche Versorgung in der Gemeinde und dem näheren Umfeld des Quartiershauses sicherzustellen. Die Menschen sollen Gemeinschaft erfahren, und es soll ein Austausch untereinander ermöglicht werden. Durch die Einbindung in die Gemeinde sowie durch die Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Helfende Hände Hetzerath e.V. soll das Quartiershaus nicht für sich alleine stehen, sondern ein Teil der Gemeinde werden.

Konkrete Angebote im Quartiershaus

Welche Verbesserungen konnten Sie erzielen?

Mit Umsetzung des Konzeptes haben die Menschen in Hetzerath und Umgebung die Möglichkeit bekommen, möglichst lange selbstbestimmt im gewohnten sozialen Umfeld zu leben, auch bei steigendem Hilfebedarf. Das Quartiershaus trägt dazu bei, die pflegerische, soziale und hausärztliche Versorgung in der Gemeinde und dem näheren Umfeld des Quartiershauses sicherzustellen. Die Menschen erfahren Gemeinschaft und Austausch wenn sie den Nachbarschaftstreff besuchen. Hier werden neben dem täglichen Mittagstisch an Werktagen auch unterschiedliche Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt. Mittagstisch und Veranstaltungen erfolgen unter der Federführung des Vereins Helfende Hände Hetzerath e. V.

Welche Ressourcen waren erforderlich?

Der Planungs- und Umsetzungszeitraum für die Räumlichkeiten des Quartiershauses, dessen Bauherr und Vermieter die gbt Wohnungsbau und Treuhand AG ist, betrug mehrere Jahre.
Die Umsetzung der Versorgungsform – von Entwicklung des Konzeptes bis hin zur tatsächlichen Versorgung von Menschen im Quartiershaus Hetzerath – erfolgte und erfolgt durch die Pflegegesellschaft St. Martin Trier. Letztere hat für das Projekt einen entsprechenden Personalbestand aufgebaut bzw. geplant. So sind für die ambulant betreuten Pflegewohngemeinschaften 9 Vollkräfte geplant (für die Gewährleistung der 24 Stunden-Präsenz ohne pflegerische Versorgung).

Im ambulanten Bereich sind aktuell 3-4 Vollzeitkräfte geplant.

Der personelle Bedarf der Tagespflege ist mit ca. 4 Vollzeitkräften angedacht.

Innovationspreis-Projekt

Wie wird man 100? Grundschüler:innen fragen – Bewohner:innen erzählen

Name des Projektes:

Wie wird man 100? Grundschüler:innen fragen – Bewohner:innen erzählen

Träger:

Cohaus-Vendt-Stift Krumme Straße 39/ 40, 48143 Münster

Zielgruppe: 

Bewohner:innen und Grundschüler:innen

Beschreibung: 

Dieses Projekt, das keinerlei Kosten verursacht, soll Einrichtungen ermutigen, generationenübergreifende Begegnungen fest in den Wochenplan zu integrieren. Es sensibilisiert verschiedene Altersgruppen füreinander und bietet – gerade in der heutigen gesellschaftlichen und politischen Zeit – eine wertvolle Gelegenheit, Zeitzeugen hautnah zu erleben und von ihren Erfahrungen zu lernen.

Für die Umsetzung wurden die beiden ältesten Bewohnerinnen (100 und 96 Jahre alt) gefragt, ob sie sich den Fragen der Grundschüler:innen stellen würden. Sie sagten sofort zu.

Die Klassenlehrerin der vierten Klasse der benachbarten Grundschule bereitete gemeinsam mit den Kindern den Austausch vor. Anhand eines Zeitstrahls erarbeiteten sie die Lebenszeit der beiden Bewohner:innen und sammelten Fragen. Neben den vorbereiteten Fragen gab es auch Raum für spontane und persönliche Gespräche.

Am Tag des Treffens wurde der Kaminbereich in eine gemütliche Gesprächsecke verwandelt: Zwei Sessel wurden aufgestellt, der Teppich ausgerollt, und es gab heißen Kakao für alle. Die Kinder machten es sich auf dem Boden bequem, während die beiden Damen mit großer Geduld und Freude auf alle Fragen eingingen. Ein alter Rechenschieber aus dem Museum veranschaulichte dabei die beeindruckende Zahl 100.

Das Treffen entwickelte sich zu einem lebendigen Austausch, bei dem das Eis schnell gebrochen war – ein Moment, der alle Beteiligten nachhaltig bereicherte.

Welche Verbesserungen konnten Sie erzielen?

Bei generationsübergreifenden Angeboten wird deutlich, dass die Sensibilisierung der Generationen füreinander in der Gesellschaft oft fehlt. Dieses Projekt gilt als besonders und nachahmungswürdig, da es einen einfachen Zugang schafft, wenig Vorbereitung erfordert und keine finanziellen Mittel benötigt. Gleichzeitig bringt es allen Beteiligten, einschließlich der teilnehmenden Mitarbeitenden, einen großen Gewinn.

In einem nächsten Schritt könnte der Kreis erweitert werden, indem weitere Bewohnerinnen sowie Seniorinnen aus dem Quartier einbezogen werden. Die Kinder hätten die Möglichkeit, verschiedene Themen vorzubereiten – beispielsweise Weihnachten in früheren Zeiten, Kindheitserinnerungen, Schulzeit früher, Kriegs- und Nachkriegsjahre oder Geschichten aus der Heimatstadt. Die Erzählungen könnten anschließend im Unterricht weiter aufgegriffen und vertieft werden.

Auch von Seiten der Senior:innen besteht großes Interesse an den Erfahrungen der Kinder. Fragen zu Schule heute, Berichten über Hobbys und Urlaubsziele oder den Umgang mit digitalen Medien bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für einen spannenden Austausch.

Besonders eindrucksvoll ist es zu beobachten, wie die Augen der Bewohner:innen leuchten, wenn sie mit ihrer Biografie wahrgenommen werden und Erinnerungen teilen dürfen. Ebenso fasziniert es, wie die Kinder mit gespannter Aufmerksamkeit an den Lippen der Erzählenden hängen und jedes Wort aufsaugen. All dies macht deutlich, dass dieses Projekt genau den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Welche Ressourcen waren erforderlich?

Jedes Seniorenheim in Deutschland steht vor der Herausforderung, mit begrenzten finanziellen Mitteln auszukommen. Doch ein wertschätzendes Pflegeverständnis bedeutet nicht, dass keine Angebote mehr stattfinden oder lediglich eine Zeitungsrunde der nächsten folgt. Oft lässt sich ein weit größerer und nachhaltigerer Gewinn aus der Gemeinschaft schöpfen – entscheidend ist der erste Schritt.

Zeitlicher Rahmen

Die Veranstaltung fand an einem Vormittag während der regulären Unterrichtszeit der Kinder statt und dauerte 60 Minuten.

Personeller Rahmen

  1. Eine Mitarbeiterin (2–3 Stunden) aus dem Sozialen Dienst für die Vorbereitung, einschließlich Absprache mit der Lehrkraft und den Bewohnerinnen sowie gegebenenfalls Klärung der Fotorechte im Vorfeld.
  2. Zwei Mitarbeiter*innen aus dem Sozialen Dienst für die Betreuung vor, während und nach der Veranstaltung (3 Stunden).
  3. Eine betreuende Lehrkraft mit Schulklasse, idealerweise eine vierte Klasse oder älter.

Finanzieller Rahmen

Es sind keine besonderen finanziellen Mittel erforderlich.

Innovationspreis-Projekt

Lebensraum Gemeinschaft: Selbstbestimmt und Geborgen

Name des Projektes: 

Lebensraum Gemeinschaft: Selbstbestimmt und Geborgen

Träger:

Caritasverband Worms e. V., Kriemhildenstr. 6, 67547 Worms

Zielgruppe: 

An Demenz erkrankte Menschen sowie deren Angehörige.

Beschreibung: 

Der Caritasverband Worms e. V. eröffnete im Frühjahr 2020 die betreute Wohngemeinschaft St. Martha in Mörstadt für Menschen mit Demenz. Auf einem 4000 qm großen Gelände entstanden zwei Wohngemeinschaften, jeweils für 12 Senioren*innen. Ziel ist es, den Bewohner:innen ein Zuhause zu bieten, das Geborgenheit und individuelle Freiräume ermöglicht. Die Wohngemeinschaften fördern ein selbstbestimmtes Leben in Gemeinschaft und integrieren die Lebensrealitäten der Bewohner:innen in den Alltag. Die Möglichkeit, in einer Gemeinschaft zu leben, in der individuelle Bedürfnisse respektiert werden, trägt dazu bei, dass sich die Bewohner:innen wohlfühlen. Die aktive Einbindung von Angehörigen fördert zusätzlich das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Das Konzept legt großen Wert auf Selbstbestimmung und Mitbestimmung. Die Bewohner:innen haben nicht nur Mietrechte, sondern sind aktiv in Entscheidungen über ihren Alltag eingebunden. Regelmäßige Versammlungen mit deren bevollmächtigten Angehörigen ermöglichen es ihnen, Wünsche zu äußern und an der Gestaltung des gemeinschaftlichen Lebens teilzunehmen. Dies führt zu einer demokratischen Struktur innerhalb der Wohngemeinschaften, in der jede Stimme zählt. Die Bewohner:innen sind beteiligt an gemeinsamen Aktivitäten, Haushaltsführung, Zubereitung der Mahlzeiten und Gartenarbeit. Diese Mitbestimmung fördert Eigenverantwortung und soziale Interaktion untereinander. Die Wohngemeinschaften sind eng mit dem lokalen Sozialraum verknüpft. Kooperationen mit örtlichen Einrichtungen fördern die Integration in die Gemeinschaft.

Angehörige sowie Ehrenamtliche werden aktiv eingebunden, was den sozialen Kontakt stärkt und das Vertrauen zwischen den Bewohner:innen und ihrer Umgebung erhöht und somit als Teil der Gesellschaft wahrgenommen werden. Moderne Technologien unterstützen den Alltag zur Steigerung der Lebensqualität der Bewohner:innen. Dazu gehören digitale Kommunikationsmittel zur Kontaktaufnahme mit Angehörigen sowie Spiel- und Therapiesysteme wie der Ichio Ball oder die Tovertafel. Komplementiert wird dieses Angebot durch tiergestützte Interventionen. Zusammen mit den Bewohner:innen leben 5 Alpakas und 4 Hühner auf dem Außengelände von St. Martha.

Tiergestützte Aktivitäten vermindern depressive Stimmungslagen, reduzieren Verhaltensauffälligkeiten wie Agitation, verbessern Motorik sowie kognitive Leistungen wie Aufmerksamkeit und Konzentration und fördern soziale Interaktionen. Das Projekt  verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität seiner Bewohner:innen durch Förderung von Selbstbestimmung, Mitbestimmung und sozialer Integration – ein Umfeld wird geschaffen, das Geborgenheit sowie individuelle Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Die enge Zusammenarbeit mit Angehörigen und Nutzung neuer Technologien sowie der Einsatz von tiergestützten Interventionen ermöglichen den Bewohner:innen ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter hinein.

Welche Verbesserungen konnten Sie erzielen

Die Umsetzung der betreuten Wohngemeinschaft St. Martha für Menschen mit Demenz hat mehrere signifikante Verbesserungen
erzielt:
Erhöhte Lebensqualität: Durch die Schaffung eines vertrauten und sicheren Umfelds fühlen sich die Bewohner:innen wohler und zufriedener. Die Möglichkeit, in einer Gemeinschaft zu leben, in der individuelle Bedürfnisse respektiert werden, trägt zur emotionalen Stabilität bei.
Selbstbestimmung und Mitbestimmung: Die aktive Einbindung der Bewohner:innen in Entscheidungen über ihren Alltag fördert ein Gefühl von Eigenverantwortung und Selbstwertgefühl.
Soziale Interaktion: Die Förderung sozialer Kontakte unter den Bewohner:innen sowie die Einbindung von Angehörigen und Ehrenamtlichen stärken das Gemeinschaftsgefühl und reduzieren Isolation. Dies führt zu einer besseren sozialen Integration.
Verbesserte kognitive Fähigkeiten: Der Einsatz moderner Technologien wie dem Ichio Ball oder der Tovertafel sowie tiergestützte Interventionen fördern die kognitive Aktivität, Aufmerksamkeit und Konzentration der Bewohner:innen.
Emotionale Unterstützung durch Tiere: Die Integration von Alpakas und Hühnern hat positive Auswirkungen auf das emotionale Wohlbefinden der Bewohner:innen. Tiergestützte Aktivitäten reduzieren depressive Stimmungslagen und Verhaltensauffälligkeiten.
Individuelle Entfaltungsmöglichkeiten: Durch die Berücksichtigung individueller Lebensgeschichten und Fähigkeiten wird den Bewohner:innen ermöglicht, ihre Interessen und Talente einzubringen, was das Gemeinschaftsgefühl stärkt.
Stärkung des Vertrauens: Die enge Zusammenarbeit mit Angehörigen fördert das Vertrauen zwischen den Bewohner:innen, ihren Familien und dem Betreuungspersonal, was zu einem harmonischeren Zusammenleben beiträgt.
Insgesamt hat die Umsetzung dieser Ideen dazu geführt, dass die Bewohner:innen ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben führen können, was ihre Lebensqualität bis ins hohe Alter erheblich verbessert hat.


Welche Ressourcen waren erforderlich?

In St. Martha arbeiten in 3 Schichten insgesamt 23 Mitarbeiter*innen, welche 16,2 VZÄ entspricht. Davon sind 2,5 VZÄ Alltagsbegleiter, 9,9VZÄ Pflegekräfte, 2,7 VZÄ Hauswirtschaftskräfte und 1 VZÄ Leitungskräfte. Unterstützt wird das Team von ehrenamtlichen Helfern, die bei Freizeitaktivitäten, bei alltäglichen Aufgaben oder bei der Durchführung von Veranstaltungen unterstützen. Die tiergestützten Interventionen werden betreut durch eine Mitarbeiterin, die in einen Umfang von 8h/ Woche dieses Projekt leitet, sowie einer geringfügig Beschäftigten Mitarbeiterin (8h/Woche). Diese kümmern sich um die Pflege der Tiere, führen die tiergestützten Interventionen durch und koordinieren die ehrenamtlichen Helfer. Außerdem werden die tiergestützten Interventionen begleitet von 6 ehrenamtlichen Helfern, die Spaziergänge begleiten, bei der Pflege der Tiere unterstützen oder bei handwerklichen Arbeiten auf der Weide und des Stalles mithelfen. Pflegekosten der Tiere wie zum Bsp. Tierarztbesuche, Impfungen oder die Schur der Tiere sowie Kosten für das Futter übernimmt der Caritasverband Worms.

Innovationspreis-Projekt

Ambulantisierung zur Versorgung von älteren Ordensleuten durch die Caritas am Beispiel der Ritaschwestern

Name des Projektes:

Ambulantisierung zur Versorgung von älteren Ordensleuten durch die Caritas am Beispiel der Ritaschwestern

Träger:

Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Würzburg e.V., Bahnhofstraße 4-6, 97070 Würzburg

Zielgruppe: 

Ordensleute

Beschreibung: 

Zusammenfassung

Gesicherte, individuelle und qualitativ hochwertige Pflege für Ordensleute im eigenen Kloster, die ihre Teilnahme am Klosterleben und spirituellen Aktivitäten ermöglicht. Dies beinhaltet z. B. eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung, pflegerische Versorgung und die Möglichkeit, im Kloster zu versterben .

Die Ordensleitung wird von Personalverantwortung entlastet, und es gibt weniger behördliche Auflagen als bei einem vollstationären Pflegeheim. Dieses Modell bietet eine Lösung für Klöster, die sich mit der Pflegeversorgung ihrer alternden Mitschwestern- und brüdern auseinandersetzen müssen.

Ausgangssituation:

Projektphase:

Implementierung:

Welche Verbesserungen konnten Sie erzielen?

Welche Ressourcen waren erforderlich?

Zeitliche Ressourcen:
Gesamtlaufzeit der Projektphase ca. 2,5 Jahre

Personelle Ressourcen
Projektstelle mit 5 Wochenstunden über die Fachbereichsleitung.

Leitfaden

Konzept „Sexualität leben“ in Einrichtungen der Altenpflege

Leitfaden

Konzept „Sexualität leben“ in Einrichtungen der Altenpflege

In Pflegeeinrichtungen wird das Thema Sexualität (leben) im Alter hauptsächlich im Rahmen von Präventionsschulungen behandelt. Die Frage, wie ältere und pflegebedürftige Menschen ihre Sexualität leben und wie Mitarbeitende in Einrichtungen damit umgehen können, ist aufgrund der Sprachunfähigkeit kirchlicher Organisationen oft unbeachtet geblieben. Dabei ist es wichtig, dieses Thema nicht zu ignorieren, da es auch zum Alltag älterer Menschen in Pflegeeinrichtungen gehört.

Der Fachbeirat Christliche Lebens- und Sterbekultur im VKAD möchte diese Lücke mit der Publikation „Konzept ,Sexualität leben‘ in Einrichtungen der Altenpflege“ schließen. Neben grundlegenden Informationen zum Thema bieten die Publikation einen Leitfaden mit konkreten Handlungsideen für den Umgang mit Sexualität in Pflegeeinrichtungen. Die Publikation soll Sie dabei unterstützen, das Thema Sexualität offen und professionell in Ihrem Pflegeteam, mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie mit Angehörigen zu thematisieren und in Ihren Arbeitsalltag zu integrieren.

Der Leitfaden ist eine Überarbeitung eines bereits 2017 erschienenen Konzepts für die Senioreneinrichtungen der Marienhaus Stiftung und der Hildegard-Stiftung. Beide Stiftungen haben dem VKAD das Konzept für eine erneute Auflage zur Verfügung gestellt. Die Überarbeitung wurde in enger Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten des Fachbeirats Christliche Lebens- und Sterbekultur sowie Mitgliedern des Ethik-Komitees der Marienhaus Stiftung durchgeführt.

Titel:

Konzept „Sexualität leben“ in Einrichtungen der Altenpflege

Herausgeber:

Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V., Berlin im September 2023

Erstellt:

Fachbeirat “Christliche Lebens- und Sterbekultur”
Als Printausgabe steht die Broschüre ab sofort zur Verfügung.

Bestellinformationen:

Alle Einrichtungen und Dienste im VKAD haben eine kostenfreie Druckversion des Leitfadens per Post erhalten.

Weitere Exemplare können für 12,– Euro zzgl. Versandkosten unter vkad@caritas.de in der VKAD-Geschäftsstelle bestellt werden. Die digitale Version ist für 8,– Euro erhältlich.

Inhaltsverzeichnis Leitfaden Sexualität leben PDF | 0.91 MB
Andreas Wedeking
Geschäftsführer VKAD
Up To Date

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Innovationspreis-Projekt

lebenswert: Begegnen – Beraten – Begleiten

Name des Projektes:

lebenswert: Begegnen Beraten Begleiten
Ethische Positionierung und Beratung im Spannungsfeld zwischen Menschenwürde, Selbstbestimmung und Lebensschutz

Träger:

VKA- Verband katholischer Altenhilfe Paderborn e.V.,  Gewerbepark 16, 59069 Hamm

Zielgruppe: 

Der VKA als Träger mehrerer Altenhilfeeinrichtungen sieht sich
zunehmend mit geäußerten Todeswünschen seiner Bewohner:innen konfrontiert. Es gibt viele hochbetagte Senior:innen, die ihr Leben nicht mehr als  lebenswert erachten. Alter u/o. Krankheit führen oft zu einem negativen Selbstbild. Das Gefühl nicht mehr gebraucht zu  werden,  für die Gesellschaft nichts mehr leisten zu können oder anderen zur Last zu fallen führt nicht selten zu depressiven Verstimmungen und verstärkt den Wunsch zur Selbsttötung. An- und Zugehörige, aber auch die Mitarbeitenden in der Langzeitpflege fühlen sich in solchen Situationen oft ohnmächtig und stark gefordert. Die Notwendigkeit für dieses Projekt verstärkte sich nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Februar 2020. Das Gericht befand, dass ein assistierter Suizid im Sinne des Selbstbestimmungsrechts eines Menschen straffrei möglich sei.
Die Zielgruppen können wie folgt benannt werden:

Beschreibung: 

Im Jahr 2022 hat der VKA Paderborn eine Fachstelle Ethik eingerichtet, um die Bedeutung einer verstärkten Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen im Alltag der professionellen Altenhilfe zu unterstreichen.

Ziel der Fachstelle: Mitarbeitende (MA) für ethische Fragestellungen zu sensibilisieren sowie sie bei der Suche nach konkreten Antworten ihrer Bewohner:innen (B) zu unterstützen , zu beraten und zu begleiten. Dies führt zu einem klar erkennbaren ethischen Profil in den Einrichtungen und stärkt das Ansehen des VKA als christlicher Träger.

Maßnahmen und Aktivitäten:
  1. Einrichtung einer eigenen Beratungs- und Koordinierungsstelle – unterstützt vom Deutschen Hilfswerk
  2. Beratungsbedarfe werden zentral angenommen und Maßnahmen koordiniert.
  3. Positionierung des VKA zum Thema assistierter Suizid. Darauf aufbauend wurde durch ein interdisziplinäres Team ein Positionspapier erarbeitet. Dieses wurde publiziert und an die B, deren An- u. Zugehörige und MA verteilt
  4. Auf Basis des Positionspapiers wird ein Verhaltenskodex konzipiert. Dieser soll den MA als Orientierungshilfe für ethisches u. verantwortungsvolles Verhalten im Umgang mit B mit Sterbewünschen dienen
  5. Entwicklung eines Rahmenkonzeptes sowie ein Suizidpräventionskonzeptes – als Handlungsleitfaden
  6. Professionsübergreifende Schulungen für die MA. Inhalte des Curriculums: Themeneinführung , Trägerposition, Hinweis auf absolute Beachtung der Selbstbestimmung u. Würde der B, Inhalte des Verhaltenskodex, ethische u. psychologische Begleitungsaspekte
  7. Juristische Schulung durch Fachanwalt für Medizinrecht für die Zielgruppe Vorstand, Geschäftsführung, Einrichtungsleitungen und Pflegedienstleitungen
  8. Fortbildungen durch das Palliativzentrums der Uniklinik Köln für haupt- u. ehrenamtlich MA: Umgang mit Todeswünschen. Vorträge, Gruppendiskussionen, Rollenspiele, Reflexionsübungen etc.
  9. Schulung und Einsatz Ehrenamt. Ehrenamtliche MA werden geschult und in das Thema assistierter Suizid eingeführt. Ihr Einsatz in den Einrichtungen erfolgt über die Koordinatorin, in Absprache mit der Einrichtungsleitung
  10. Schwerpunktschulungen zu palliativen Themen, sowie Schulungen zu palliativen Themen nach Bedarf in den Einrichtungen

 

Welche Verbesserungen konnten Sie erzielen?

Bewusste Wahrnehmung und sensibler Umgang mit Sterbewünschen
Durch Schulungen und Wissensaufbau haben die MA Sicherheit im Umgang mit herausfordernden Themen, wie Sterbewünschen von B, gewonnen. Dadurch wird eine professionelle Begleitung der uns anvertrauten Menschen gewährleistet. Die MA gehen achtsam auf die Sterbewünsche der B ein und gestalten eine persönliche, vertrauensvolle u. einfühlsame Atmosphäre.
Entlastung der Mitarbeitenden
Die MA wurden in ethisch schwierigen Situationen ermutigt, sich durch lebenswert beraten zu lassen, um gemeinsam adäquate Entscheidungen für die Betroffenen zu finden  und umzusetzen. Der offene Umgang mit dem Thema Suizidassistenz durch die klare Positionie ung des Trägers, die Entwicklung von Handlungsleitlinien sowie ein entsprechendes Fortbildungsangebot stärkt die Sprach- und Handlungsfähigkeit der MA. Zudem trägt dies dazu bei, Überforderungssituationen und belastende Schuldgefühle zu vermeiden.
Stärkung der Bewohner:innen
Die bedürfnisorientierte psychosoziale Betreuung fördert das Erleben von Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit, Lebenssinn und sozialer Integration und führt zu mehr Lebensqualität der B.
Ethische Kompetenz
Basis des Projektes LebensWert sind die bereits installierten Instrumente des Fachbereichs Ethik, wie z.B. Ethikrat, ethische Fallmoderation etc. – diese wurden von den MA bewusst genutzt und eingesetzt. Die grundlegende und vertiefende Schulung der MA zu ethischen Fallmoderatoren wurde um die Thematik assistierter Suizid ergänzt. Seit 2024 gibt es die „Mobile Ethikberatung”. Sie setzt sich aus haupt- und ehrenamtlichen MA zusammen. Sie berät die Einrichtungen zu komplexen und herausfordernden Situationen vor Ort. Der Fortbildungskatalog des Fachbereichs Ethik wurde um eine neue Fortbildung im Bereich der ethischen Fallmoderation ergänzt: ,,Botschafter:innen für Ethik”.

Welche Ressourcen waren erforderlich?

Engagierte Mitarbeitende sind die größte Ressource in einem neu zu startenden Projekt. So musste zuerst eine geeignete und gut qualifizierte Mitarbeiterin gefunden werden. Sie wurde gefunden und erfüllt folgendes Anforderungsprofil:

Anmerkung: Aktuell sind drei Mitarbeiterinnen in diesem Projekt beschäftigt, die sich die Vollzeitstelle teilen.

 

Innovationspreis-Projekt

Generationenübergreifender Erfahrungsaustausch am Beispiel “Gemeinsames Backen”

Name des Projektes:

Generationenübergreifender Erfahrungsaustausch am Beispiel “Gemeinsames Backen”

Träger:

Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken mbH (cts), Rhönweg 6, 66113 Saarbrücken

Zielgruppe: 

Bewohner:nnen des cts SeniorenHaus Hasborn
und Schüler der Johannes Kühn Grundschule Hasborn

Beschreibung: 

Gemeinsames Backen – Ein Generationenprojekt

Zahlreiche frisch gebackene Plätzchen entstanden, als Senior:innen gemeinsam mit einer dritten Klasse fleißig Teig ausrollten, Plätzchen ausstachen und dekorierten. In fünf Wohnbereichen sowie der Tagespflege wurde mit großem Engagement gebacken.

Die Idee für dieses generationsübergreifende Projekt entstand im Rahmen eines Austauschs zwischen dem Ortsvorsteher und der Einrichtungsleitung des SeniorenHauses. Der Backtag wurde im Rahmen des Projekts für Demokratie organisiert und von der Gemeinschaft der Ortsvereine Hasborns gefördert.

Die Aktion wurde ein voller Erfolg. Die Kinder zeigten sich begeistert: „Das macht richtig viel Spaß mit euch! Es ist so spannend, eure Tipps und Tricks zu lernen.“ Auch die Senior:innen genossen die gemeinsame Zeit: „Es ist immer etwas Besonderes, wenn Kinder zu Besuch kommen. Gemeinsame Aktivitäten und Gespräche bereiten uns große Freude.“

Einblick in den Schulalltag früher und heute

Zwei Bewohner des SeniorenHauses besuchten gemeinsam mit der Leiterin der Sozialen Begleitung die Grundschule, um den Schüler:innen von ihrer eigenen Schulzeit zu berichten. Die Kinder hörten gespannt zu, während die Erzählungen den deutlichen Kontrast zwischen früher und heute verdeutlichten.

Während Kinder heute ungezwungen in farbenfrohe Klassenzimmer gehen, war es damals Pflicht, sich in Reihen aufzustellen. Einige Bewohner erinnerten sich an ihre Schulerfahrungen:

Zum Abschluss führte die Schultanzgruppe für die Senior:innen einen Tanz auf.

Der Vormittag gewährte den Kindern Einblicke in eine Zeit ohne Tablets, aber mit spannenden Geschichten. Gleichzeitig wurde deutlich, wie sehr sich der Schulalltag verändert hat, und es entstand großer Respekt für die Herausforderungen, die frühere Generationen meisterten.

Welche Verbesserungen konnten Sie erzielen?

1. Soziale und emotionale Vorteile

2. Lern- und Erfahrungsgewinne

3. Kognitive und motorische Förderung

4. Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens

5. Bildung von Beziehungen und Erinnerungen

Welche Ressourcen waren erforderlich?

Die Planung, Organisation und Durchführung des Projekts  umfasste insgesamt ca. 16,5 Arbeitsstunden, verteilt auf die Einrichtungsleitung, die soziale Begleitung und die Lehrkräfte.

Finanziell wurde das Projekt im Rahmen des Projekts für Demokratie von der Gemeinschaft der Ortsvereine mit rund 150 € für Backzutaten und Küchenutensilien unterstützt.

Innovationspreis-Projekt

“Integrierte Pflegebegleitung” als neue Leistung ambulanter Pflegedienste

Name des Projektes:

“Integrierte Pflegebegleitung” als neue Leistung ambulanter Pflegedienste

Träger:

Zielgruppe: 

Pflegebedürftige und An- und Zugehörige (Fokus: Selbstbestimmung und Versorgungssicherheit) Mitarbeitende (Fokus: Arbeitszufriedenheit)

Beschreibung: 

Eine Pflegesituation ist für die Betroffenen – Pflegebedürftige und An- und Zugehörige gleichermaßen – oft eine große Herausforderung, die diese allein kaum bewältigen können, vor allem, wenn sie unvorbereitet auftritt. Auch im Verlauf führt der Pflegealltag regelmäßig zu Krisen, die immer wieder veränderte Formen der Unterstützung notwendig machen. Die Entwicklung passgenauer Settings bei begrenzten Pflegeangeboten und tendenzieller Überforderung familiärer Systeme erfordert professionelle Unterstützung, die es derzeit nicht gibt, bedingt durch das bestehende verrichtungsfixierte Leistungsrecht.

Gleichzeitig haben Pflegedienste immer weniger Kapazitäten, die Nachfrage nach Unterstützung zu bedienen. Versorgungssicherheit wird perspektivisch kaum noch zu gewährleisten sein. Es sind neue Wege der Unterstützung erforderlich: weg von verrichtungsbezogen Leistungskomplexen, hin zu pflegerischen Hilfen, die sich am geltenden Pflegebedürftigkeitsbegriff orientieren und die Selbstständigkeit der Betroffenen fördern. Dabei soll der Blick nicht allein auf Pflegebedürftige gerichtet werden, sondern auch auf An- und Zugehörige. Gemeinsam sind sie Beteiligte eines „familiären/persönlichen Pflegesystems”.

Auf dieser Grundlage entwickeln und erproben die Caritasverbände Paderborn und Olpe eine neue Leistung ,,integrierte Pflegebegleitung”. Der Begriff „integriert” bezieht sich auf drei Aspekte:

,,Pflegebegleitung” meint „Mitgehen” und „Nicht­ Alleinlassen” im Alltag mit Pflegebedürftigkeit.

Die integrierte Pflegebegleitung hat folgende Ziele:

Im Projekt wird neben Inhalten und Rahmenbedingungen der Leistung auch deren Refinanzierungsbedarf definiert, damit die Leistung in den Landesrahmenvertrag für die ambulante Pflege in NRW aufgenommen werden kann.

Welche Verbesserungen konnten Sie erzielen?

Pflegebedürftige und An- und Zugehörige erleben passgenaue Unterstützung, entwickeln in kurzer Zeit eine stabile Versorgungssituation und sind zufrieden mit der Begleitung Die integrierte Pflegebegleitung orientiert sich an Problem­ und Bedarfslagen der Pflegebedürftigen und An- und Zugehörigen und befähigt sie, einen eigenen und für sie passenden Unterstützungsrahmen zur Bewältigung des Alltags zu gestalten. Die Unterstützungsangebote zielen genau auf die aktuelle Situation der Betroffenen. Deren Ressourcen, Kompetenzen und ihr soziales Umfeld werden ausdrücklich einbezogen, so dass sie sich als selbstwirksam und möglichst unabhängig von einem Pflegedienst erleben.

Die integrierte Pflegebegleitung ist eine zeitlich befristete Intervention. In den meisten Fällen reichen 4 bis 6 Termine aus, um eine stabile Versorgungssituation aufzubauen bzw. wiederherzustellen. Die Kapazitäten des Pflegedienstes werden auf diese Weise effektiv genutzt. Damit ist die Leistung wirtschaftlich und wirksam – so wie§ 4 Abs. 3 SGB XI es fordert.

Das soziale Umfeld – im Sinne einer sorgenden Gemeinschaft – wird einbezogen. Durch Beteiligung von Personen und Organisationen, die bisher nicht im Pflegealltag involviert sind, werden neue Ressourcen für die Sorgearbeit aufgetan. Das Projekt leistet damit ein Beitrag für eine demografiefeste Versorgungslandschaft.

Mitarbeitende bewerten die Tätigkeit „Pflegebegleitung” als attraktiv. Schon auf die Projektstellen haben sich vergleichsweise viele Personen beworben. Die ausgewählten Projekt­ Mitarbeitenden – Pflegefachkräfte, Sozialarbeiter*innen, Alltagsbegleiter*innen – schätzen es, dass sie Pflegebedürftige und An- und Zugehörige trotz begrenzter Kapazitäten des Pflegedienstes adäquat unterstützen können. Sie können ihre (Pflege-)Fachlichkeit einbringen und beteiligen sich aktiv an der Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung der Zukunft.

Welche Ressourcen (personell und finanziell) waren erforderlich?

Personell: Bei beiden Trägern sind über den Projektzeitraum von 3 Jahren jeweils 0,75 VK als Projekt-Mitarbeitende beschäftigt. Diese haben eine 4-tägige Basisschulung zur systemischen Beratung erhalten und sind zu Grundlagen des Leistungs- und Betreuungsrechts und zum Einsatz von Hilfsmitteln geschult. Sie werden durch regelmäßiges Coaching und Fallbesprechungen unterstützt.

Die eingerichtete Projekt-Steuerungsgruppe trifft sich 3-4 Mal pro Jahr. Leitungskräfte beider Träger, der Coach und Mitarbeitende des Diözesan-Caritasverbandes planen darin die Entwicklungsschritte, organisieren die Durchführung, evaluieren systematisch und binden weitere Fachleute durch Fachtagungen und -gespräche mit ein.

Zeitlich: Der Aufwand für die Einführung der Leistung lässt sich nicht ohne weiteres bestimmen. Es braucht Überzeugung und Engagement der Leitung des ambulanten Dienstes. Eine ihrer zentralen Aufgaben ist es, das langjährig eingeübt Verständnis von Pflege – das v.a. auf Verrichtungen ausgerichtet ist – hin zum aktuellen Verständnis pflegerischer Hilfen zu entwickeln. Die Erbringung der integrierten Pflegebegleitung benötigt zum einen Zeit für Gespräche mit Pflegebedürftigen und An­ und Zugehörigen und zum anderen zur Entwicklung von passenden Netzwerken: innerhalb des familiären/persönlichen Pflegesystems, mit Beteiligten aus dem sozialen Umfeld, mit Vereinen, zwischen verschiedenen Professionen innerhalb und außerhalb der Trägerschaft des ambulanten Dienstes, innerhalb der Kommune, mit anderen Beratungsstellen (Pflege-, Kur-, Schuldner-, Suchtberatung u.a.). Bei den im Projekt durchgeführten Begleitungen liegt dieser Aufwand bei durchschnittlich 10-15 Stunden.