Ohne Ehrenamtskoordination bricht Engagement weg
Ohne Ehrenamtskoordination bricht Engagement weg
Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes fordert der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) Bund und Länder auf, die Finanzierung hauptamtlicher Ehrenamtskoordinationen bundesweit zu sichern. Nur mit professioneller Begleitung kann Ehrenamt in der gesamten Altenhilfe – von Begegnungsangeboten im Alltag bis zur Pflege – nachhaltig wirken. Ohne verlässliche Strukturen droht Engagement an Grenzen zu stoßen, mit Folgen für Teilhabe und sozialen Zusammenhalt.
Berlin, 4. Dezember 2025 | Viele ältere und pflegebedürftige Menschen erleben, dass soziale Kontakte seltener werden. Ehrenamtlich Engagierte schaffen hier wichtige Begegnungen und stärken Beziehungen, die den Alltag reicher machen.
Dazu Barbara Dietrich-Schleicher, Vorsitzende des VKAD: „Ehrenamt ist gelebte Solidarität und Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung. Ehrenamtlich engagierte Menschen tragen dazu bei, dass Pflegeeinrichtungen Orte des Lebens, der Begegnung und der Teilhabe bleiben. Gleichzeitig darf ihr Engagement nicht zur persönlichen Belastung werden, sondern braucht faire und verlässliche Rahmenbedingungen.“
„Ehrenamtskoordination ist kein Add-on. Ohne professionelle Begleitung verlieren wir Menschen, die sich einbringen wollen.“
Ehrenamt funktioniert nicht von selbst. Die Einbindung, Qualifizierung und Begleitung freiwillig engagierter Menschen erfordern fachliche Kompetenz, Zeit und Struktur. Der VKAD fordert deshalb eine bundesweit verlässliche öffentliche Refinanzierung hauptamtlicher Ehrenamtskoordinationen vom Seniorencafé bis zum Pflegeheim. „Ehrenamtskoordinator:innen sind kein Add-on, sondern eine strukturelle Voraussetzung für Engagement“, so Dietrich-Schleicher. „Ohne professionelle Begleitung verlieren wir Menschen, die sich einbringen wollen.“
Engagement muss für alle möglich sein: Steuererleichterungen oder Rentenpunkte für Engagierte
Damit Engagement für alle möglich ist – unabhängig von Einkommen oder Lebenssituation – spricht sich der VKAD für Rahmenbedingungen aus, die die Bereitschaft zum Mitwirken stärken: etwa steuerliche Erleichterungen, Ehrenamtskarten, kostenfreie Deutschlandtickets oder zusätzliche Rentenpunkte.
„Ehrenamt ist keine kostenlose Ressource“, so Barbara Dietrich-Schleicher. „Es ist ein zentraler Pfeiler unserer sozialen Infrastruktur. Wer die Rahmenbedingungen stärkt, stärkt das Miteinander im Alter und damit unsere gemeinsame Zukunft.“
Foto zum Download:
- Ehrenamt im Caritasverband Westerwald Rhein-Lahn | Bildinfo: „Wir arbeiten jeden Tag daran, neue Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. Das bedeutet Netzwerken, Netzwerken, Netzwerken und darauf zu bauen, dass etwas wachsen und für das Altenzentrum fruchtbar werden kann“, sagt Rainer Lehmler (links im Bild). Er ist im Caritasverband Westerwald Rhein-Lahn seit über zehn Jahren als Ehrenamtskoordinator tätig und seit zwei Jahren auch für das Caritas Altenzentrum Sankt Josef in Arzbach zuständig. In dieser Zeit hat er zahlreiche neue Ehrenamtliche für das Haus gewonnen und begleitet derzeit acht Engagierte. Zu ihnen zählt auch Bernd Kaltenhäuser, der mit Gitarre und Musik regelmäßig für Abwechslung und Unterhaltung sorgt, insbesondere bei Festen, kulturellen Veranstaltungen und Gottesdiensten. (Foto: Caritasverband Westerwald Rhein-Lahn, Holger Pöritzsch)
Zum VKAD
Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD) vereint rund 500 Träger der katholischen Langzeitpflege in Deutschland. Dahinter stehen mehr als 2.200 Einrichtungen und Dienste mit rund 100.000 Mitarbeitenden. Der bundesweit tätige Fachverband innerhalb des Deutschen Caritasverbandes vertritt die Interessen seiner Mitglieder durch politische Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und fachliche Expertise.
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