Position

Pflegeheime in Kontrollen der Antifolterstelle einzubeziehen stößt auf Kritik

 

Hand eines jungen Menschen umfängt Hand eines alten Menschen

Durch Pressemeldungen  haben die Mitarbeitenden  in den Pflegeheimen erfahren, dass die Justizministerkonferenz  auf ihrer Frühjahrssitzung über eine Aufstockung der Mittel für die Antifolterstelle und die Einbeziehung der Pflegeheime in die Kontrollen der Antifolterstelle berät.

Der Deutsche Caritasverband und der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland, befürworten nachdrücklich die in den Heimgesetzen und im SGB XI geregelten Prüf- und Sanktionsmöglichkeiten.  Für die Mitarbeitenden  in den Caritaseinrichtungen ist allerdings allein der Begriff der "Folter" im Zusammenhang mit den Menschen, die in den Pflegeheimen  wohnen, eine außerordentliche Provokation. Die Arbeit von Pflegekräften in Verbindung mit dem Begriff "Folter" zu bringen ist hoch problematisch.

Vor wenigen Wochen wurde mit der Bundesregierung die Ausbildungs- und Qualifizierungsinitiative  unterzeichnet, mit dem Ziel, vermehrt Menschen für die berufliche Mitarbeit in der Altenhilfe zu gewinnen.  Diese Bemühungen werden durch die Herstellung dieses - wenn vielleicht auch nur gedanklichen  - Zusammenhangs zwischen dem Aufenthalt in einem Pflegeheim und der Möglichkeit  von Folter konterkariert.

Der Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime  vor physischer und psychischer  Gewaltanwendung ist den katholischen Pflegeeinrichtungen ein wichtiges Anliegen. Durch eigene Qualitätssicherungssysteme wird versucht Übergriffe gegen Heimbewohnerinnen  zu verhindern.

In einem Brief an die Justizministerin, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, bitten der
Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher und der Vorsitzende des Verbands katholischer Altenhilfe, Hanno Heil, dringend, in der Öffentlichkeit klarzustellen,  dass es um die grundsätzliche "Gewaltprävention"  und nicht um die "Verhinderung von Folter" geht.

Den Brief des Caritaspräsidenten und des Vorsitzenden des VKAD können Sie am Ende des Textes herunterladen.

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Brief an Justizministerin wegen Antifolterstelle