VKAD warnt beim Pflegekompetenzgesetz vor praxisfernen Versorgungsmodellen und fehlender Repräsentanz
VKAD warnt beim Pflegekompetenzgesetz vor praxisfernen Versorgungsmodellen und fehlender Repräsentanz
Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) begrüßt die Zielrichtung des anstehenden Pflegekompetenzgesetzes, warnt aber vor Unschärfen und Fehlentwicklungen. Besonders kritisch sieht der VKAD die geplanten neuen Versorgungsmodelle und die fehlende gesetzliche Verankerung des Amts der Pflegebevollmächtigten.
Berlin, 15. Juli 2025 | Dazu die VKAD-Vorsitzende Barbara Dietrich-Schleicher: „Die Stärkung der Pflegefachpersonen ist überfällig. Die geplante leistungsrechtliche Verankerung heilkundlicher Tätigkeiten sowie die Stärkung der pflegerischen Vorbehaltsaufgaben im SGB V sind richtig und notwendig. Sie fördern die Eigenverantwortung der Pflege und stärken deren professionelle Rolle im Gesundheitssystem.“
Warnung vor neuen Versorgungsmodellen ohne Substanz
Kritisch zeigt sich der VKAD gegenüber den im § 45h SGB XI angedachten neuen Versorgungsformen zwischen ambulanter und stationärer Pflege. „Hier kommen sowohl auf die Träger als auch auf die Pflegebedürftigen bürokratische Herausforderungen zu“, so Dietrich-Schleicher. „Anstatt neue Modelle einzuführen, sollten bestehende Lösungen, wie die ambulant betreuten Wohngruppen oder das regional verhandelte Modell der Hausgemeinschaft, gestärkt werden.“
Pflege braucht politische Repräsentanz
Mit Sorge sieht der VKAD, dass die gesetzliche Verankerung des Amtes der Pflegebevollmächtigten im aktuellen Entwurf fehlt. „Pflege braucht ein Gesicht, eine feste Adresse in der Politik und eine Stimme, die alle Versorgungsformen wirksam vertritt“, so Dietrich-Schleicher. „Angesichts der drohenden Versorgungskrise wäre die Abschaffung des Amtes ein fatales Signal.“
Die genannten Punkte und weitere Einschätzungen hat der VKAD gemeinsam mit dem Deutschen Caritasverband und dem Katholischen Krankenhausverband Deutschland in einer Stellungnahme zum Entwurf des Pflegekompetenzgesetzes eingebracht.
Zum VKAD
Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD) vereint rund 500 Träger der katholischen Langzeitpflege in Deutschland. Dahinter stehen mehr als 2.200 Einrichtungen und Dienste mit rund 100.000 Mitarbeitenden. Der bundesweit tätige Fachverband innerhalb des Deutschen Caritasverbandes vertritt die Interessen seiner Mitglieder durch politische Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und fachliche Expertise.
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