Pflegekompetenzgesetz: Wichtiges Vorhaben jetzt umsetzen
12. Mai: Internationaler Tag der Pflegenden
Pflegekompetenzgesetz: Wichtiges Vorhaben jetzt umsetzen
Die Bundesregierung will noch vor der Sommerpause das Pflegekompetenzgesetz verabschieden. Mehr Eigenverantwortung und Kompetenzen sollen den Beruf attraktiver machen. Der VKAD begrüßt das Vorhaben und nennt wesentliche Rahmenbedingungen, die dringend zu verbessern sind.
Berlin/Freiburg, 7. Mai 2024 | Das geplante Pflegekompetenzgesetz soll Pflegekräften mehr Entscheidungskraft in der Praxis bieten. Erste Eckpunkte dazu hatte Bundesgesundheitsminister Lauterbach bereits im Dezember 2023 vorgestellt. Noch in diesem Jahr ist die Verabschiedung des Gesetzes geplant. Im Kern geht es darum, die unsachgemäße Aufgabenverteilung zwischen den Gesundheitsberufen zu reformieren. Dazu Barbara Dietrich-Schleicher, Vorsitzende des Verbandes katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD): „Pflegefachkräfte müssen endlich das ausüben dürfen, was sie in ihrer Ausbildung gelernt haben. Ihre Kompetenz ist gesetzlich zu verankern, damit sie noch stärker gemäß ihrer Qualifikation arbeiten können. Dies kann zu einem Bürokratieabbau in vielen Prozessen führen und damit entlasten.“
Dietrich-Schleicher weiter: „Anlässlich des Tages der Pflegenden, wird vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besondere Wertschätzung für ihre Arbeit entgegengebracht. Es ist zu begrüßen, dass durch das geplante Gesetz wichtige Anerkennung auch von der Politik kommt.“
Pflegebegutachtung in die Hände der Pflege
Die Eckpunkte des Gesetzes sehen vor, dass in der Versorgung tätige Pflegefachkräfte künftig in den Pflegebegutachtungsprozess eingebunden werden. Dazu die VKAD-Vorsitzende: „Pflegefachkräfte sind täglich im Kontakt mit den Menschen und können deren Entwicklung bestens bewerten. Die Pflegefachkräfte sind die richtigen, um notwendige Pflegegrade verlässlich festzusetzen.“ Durch die Übertragung der Pflegebegutachtung könnten bürokratischen Hürden, wie Nachweispflichten an den Medizinischen Dienst, deutlich reduziert werden. Das wäre gut für die Menschen und gut für mehr Effizienz im Gesundheitssystem.
Neue Aufgaben sind nicht on top zu leisten
Gleichwohl darf nicht die Erwartung geweckt werden, dass Pflegefachkräfte neue Aufgaben zusätzlich leisten. Der VKAD mahnt daher an, entlastende Maßnahmen parallel anzugehen. Insbesondere im Ausbildungsbereich müssen wichtige Vorhaben endlich angestoßen werden: „Die generalistische Pflegeassistenzausbildung muss kurzfristig bundesweit umgesetzt werden, um mehr Menschen einen niederschwelligen Einstieg in den Beruf zu ermöglichen. Zudem brauchen wir dringend mehr Ausbildungsplätze. Hier sind Bund und Länder gefragt, die Finanzierung sicherzustellen“, so Dietrich-Schleicher.
Die Praxis an den Tisch holen
Mit dem Pflegekompetenzgesetz besteht die Möglichkeit, überflüssige Arbeitsprozesse zu minimieren und das eigenverantwortliche Arbeiten der Fachkräfte zu stärken. „Eine erfolgreiche Kompetenzerweiterung ist nur dann möglich, wenn sie aus der Praxis heraus gedacht wird. Dabei ist die Langzeitpflege besonders in Blick zu nehmen. Daher appellieren wir an die Politik, die Verbände auch weiterhin aktiv in den Gesetzgebungsprozess einzubeziehen“, so die VKAD-Vorsitzende.
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