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Stand: 25.06.2018

Pressemitteilung

Kompetenzanforderungen für die Pflege von alten und sterbenden Menschen dürfen nicht gesenkt werden

Pflegeschüler stehen um ein Bett mit einen Dummy und werden von ihrem Lehrer angeleitet

In den Ausbildungswegen Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, ebenso wie in der Spezialisierung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger sind die Ziele des PflBG die Aufwertung der Pflege, die damit verbundene Imageverbesserung und die Erreichung der EU-Anerkennung deutlich zu erkennen.
Große Sorge bereitet uns allerdings die Anlage 4, in der es um den Abschluss als Altenpflegerin oder Altenpfleger geht. Sollte die Anlage 4 ohne Änderung befürwortet werden, führt dies zu einer drastischen Niveauabsenkung für das Berufsfeld Altenhilfe.
Die Kompetenzanforderungen für die staatliche Abschlussprüfung wurden so gesenkt, dass sie dem im Pflegeberufegesetz formulierten Ausbildungsziel und dem verfassungsrechtlich verbrieften Status als Heilberuf in keiner Weise mehr entsprechen. Vor allem aber werden sie den täglichen hohen Anforderungen in der Pflege von alten und sterbenden Menschen nicht gerecht.
Das Ziel des Pflegeberufereformgesetz, nicht zuletzt die Steigerung der Attraktivität der Altenpflege, wird hiermit ad absurdum geführt. Wer jetzt der Absenkung des Kompetenzniveaus in der Spezialisierung in der Altenpflege nicht widerspricht, nimmt mittelfristig die Absenkung des Qualitätsniveaus in der Langzeitpflege in Kauf.
Es gibt auch überhaupt keinen Grund einer zunehmenden Zahl hochbetagter Menschen mit komplexen Pflegebedarfen Pflegekräfte zur Seite zu stellen, die auf einem niedrigeren Niveau ausgebildet wurden, als diejenigen, die Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche pflegen. Diese Form der  Diskriminierung einer Altersgruppe ist nicht hinnehmbar
Die beiden Spezialisierungen im dritten Ausbildungsjahr des Pflegeberufes können unterschiedliche Schwerpunkte setzten, dürfen aber nicht auf unterschiedlichen Niveaus geprüft und abgeschlossen werden.
Als Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. sind wir es den unseren Diensten und Einrichtungen lebenden und arbeitenden  Menschen schuldig, an alle Entscheidungsträger zu appellieren, ein Ungleichgewicht einzelner Berufsabschlüsse nicht weiter zu verfolgen.

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PM 8/ 2018

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Stellungnahme von Caritas und Diakonie und ihrer Fachverbände

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Stellungnahme

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