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Stand: 25.06.2018

Pressemitteilung 11/2020

Demenz

Nationale Demenzstrategie: Gemeinsam und koordiniert für Menschen mit Demenz engagieren

Symbole für Strategie

Am 1. Juli 2020 hat das Bundeskabinett nach gemeinsamer Anstrengung zahlreicher Akteure die Nationale Demenzstrategie (NDS) verabschiedet. Der Auf- und Ausbau Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz und andere Demenznetzwerke ist einer der wichtigen Schritte dieser Strategie.

"Es ist gut, mit der Nationalen Demenzstrategie nun einen gemeinsamen Fahrplan zu haben, der dazu beiträgt, die Teilhabe sowie die medizinische und pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz zu verbessern, pflegende Angehörige wirksam zu entlasten und die Demenzforschung zu stärken", erklärt Eva-Maria Güthoff, erste Vorsitzende des Verbandes katholischer Altenhilfe in Deutschland e. V. (VKAD).

Für vier Handlungsfelder wurden mit der bundesweit ausgerichteten Strategie insgesamt 27 verbindliche Ziele formuliert und rund 160 Maßnahmen vereinbart, die in einem langfristig angelegten Prozess zu einem demenzfreundlicheren Deutschland beitragen sollen.

"Wir begrüßen es sehr, dass mit der Nationalen Demenzstrategie Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz und andere Demenznetzwerke auf- und ausgebaut werden. Dafür sollen die finanziellen Mittel aus der Pflegeversicherung erhöht werden. Dies ist ein wichtiger Beitrag, um Menschen mit Demenz Teilhabe in ihrem Wohnumfeld zu ermöglichen, egal ob sie zu Hause oder in einer Einrichtung leben", betont Güthoff.

Ein Großteil von Menschen mit Demenz wird in der eigenen Häuslichkeit von An- und Zugehörigen betreut. Begrüßt werden deshalb alle Maßnahmen der Strategie, die dazu beitragen, Angehörige in dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen und auch wirksam zu entlasten. Hierzu gehören die Öffnung des Sozialraums für Menschen mit Demenz genauso wie der Abbau bestehender Hürden in Bezug auf passgenaue Informationen und Beratung für Angehörige sowie die Inanspruchnahme von Pflegekursen. 
Im stationären Bereich sieht die Strategie die Förderung einer demenzsensiblen Gestaltung und Organisation vor. Besondere Bedeutung kommt hier dem verstärkten Einsatz von Fachkräften mit gerontopsychiatrischen Kompetenzen und einer breit angelegten demenzspezifischen Qualifikation aller an der Begleitung und Pflege beteiligten Personen zu. Neben der Qualifikation spielt auch der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle. 

"Wir erwarten gespannt das Ergebnis des Projektes zur Entwicklung und Erprobung eines Personalbemessungsverfahrens für Pflegeeinrichtungen nach § 113c SGB XI", so Güthoff. "Hiermit hat der Gesetzgeber eine gute Grundlage, um einen angemessenen Personalschlüssel für die Pflege und Betreuung von Pflegebedürftigen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen und herausforderndem Verhalten gesetzlich zu verankern - wir hoffen sehr, dass dieses bald geschieht ", so Güthoff weiter.

Die Nationale Demenzstrategie weist viele positive Ansätze zur Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz und deren An- und Zugehörigen auf. In der Konkretisierung der Maßnahmen als auch in der finanziellen Förderung sieht die VKAD Vorsitzende allerdings noch Potential. 

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